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Regisseur des eigenen Lebens sein

30.11.2012 17:27
von katrin silva
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Warum gibt es Menschen, die selbst in Gewissheit ihres nahenden Todes gefasst sind und in sich ruhen? Dies war eine der Eingangsfragen, die Therapeutin Monika Müller am Dienstagabend bei ihrem Vortrag im Nordkolleg Rendsburg stellte.

Anlässlich der Mitgliederversammlung hatte der Förderverein Hospiz Rendsburg e.V. eine Wegbereiterin in der deutschen Hospizbewegung eingeladen. Mehr als 100 Interessierte, darunter Mediziner, Pflegekräfte, Seelsorger, Ehrenamtliche und Betroffene, fanden sich dazu zusammen. Unter dem Titel „Widerstehen oder Wachsen – Wie seinem Sterben begegnen?“ widmete Monika Müller sich dem Umgang mit Krisen und insbesondere dem Begriff der Resilienz. Eine Fähigkeit, der sie in der Hospizarbeit und Sterbebegleitung große Bedeutung beimisst.
Allgemein oft mit Widerstandskraft gleichgesetzt, plädierte die Referentin insbesondere in der Hospizarbeit für ein anderes Verständnis von Resilienz. Doch was bedeutet dieser ursprünglich aus der Werkstoffkunde stammende Begriff? Resilienz, so Müller, sei nicht die Fähigkeit, krampfhaft gegen etwas anzugehen, sondern solle als Biegsamkeit oder Anpassungsfähigkeit gesehen werden. „Wer in einer schweren Situation nicht verzweifelt, sondern diese annimmt und versucht, damit bestmöglich umzugehen, wer selbst aktiv wird, der ist resilient“, so Müller. „Und kann an seiner Situation wachsen.“

Für die Begleitung und Betreuung schwer kranker und sterbender Menschen sei es zentral, Resilienz zu fördern und zu unterstützen. Dem Patienten zu vermitteln, dass er selbst etwas tun kann, sei wichtig, so Müller. Selbst wenn das eigene Leid oder der Tod nicht abzuwenden sind, so liegt es doch in der Hand des Betroffenen, wie er mit der Situation umgeht. Und dennoch müssten Pflegekräfte und Helfer den richtigen Weg zwischen Unterstützung und Gewährenlassen finden.
„Für die Palliativarbeit bedeutet dies: Wir müssen uns verabschieden von dem wünschenswerten Zustand des Patienten“, erklärte die ausgebildete Therapeutin. Den Patienten wertzuschätzen, auch wenn dieser in seiner Situation verharrt; die eigene Ratlosigkeit auch einzugestehen und zu erkennen, wo die eigenen Grenzen liegen, sei für die Pflegenden wichtig. „Bei aller Unterstützung und Stärkung der Sterbenden sollte uns eines bewusst sein“, schloss Monika Müller, „jeder Patient stirbt seinen eigenen Tod – nicht den, den sich Helfer oder Angehörige für ihn wünschen.“

 

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